ÜBER MICH  HAILEY VIRGINIA BOYD, * 29.12. 2008

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Nachdem die Zeit, in der ich in Mamis Bauch herumschwamm, zumindest für meine Mami, meinen Daddy und die Freunde der beiden ziemlich nervenaufreibend war - ich dagegen hatte viel Spass - dachte ich, dass ich vielleicht meine Ankunft in dieser Welt etwas weniger dramatisch gestalten sollte. Von meinem grossen Bruder war meine arme Mami bei der Geburt ja einiges gewöhnt. Sehr viel schlimmer, so tröstete sie sich, kanns nicht mehr werden. Wurde es ja auch nicht. Im Gegenteil. Ich legte einen traumhaften Bilderbuchstart hin zusammen mit meiner Mami. Sie war völlig ruhig und entspannt, und das war ich auch. Zuerst konnte ich mich nicht so recht entscheiden, ob ich nicht doch auch wie mein Bruder am 27. schlüpfen sollte, aber da war meine Mami eisern. Erst einen Tag später gab sie nach, und ich machte mich auf den Weg, liess mir aber soviel Zeit, dass die Ärzte unruhig wurden. Meine Mami liess sich aber diesmal nicht drängen, immerhin ist sie seit der traumatischen Geburt meines Bruders nicht nur acht Jahre älter geworden, sondern hat auch Hebamme bei etlichen Katzen-und Hundegeburten sein dürfen. Darum wusste sie nun, dass das Allerwichtigste war, im Einklang mit mir und sich selbst zu bleiben. So lauschte sie in sich hineinein und hörte auch auf mich. So war ihr klar, dass alles in bester Ordnung war, ich eben bloss noch ein bisschen Zeit brauchte. Wir hatten aber auch ein tolles Hebammenteam, das meine Mami zwar verwöhnte, aber ansonsten in Ruhe liess. Gerade als es sich meine Mami dann so richtig schön gemütlich gemacht hatte in der Badewanne, entschloss ich mich zum Endspurt. Liebe Güte, ich hätte nie für möglich gehalten, wie schnell meine Mami aus der Wanne springen und zum Bett hechten würde. Da haben die Hebammen und mein Daddy aber sich gewundert. Sie wussten zunächst gar nicht, was los ist, aber meine Mami wusste es. Und da ich nun das weiche gemütliche Kissen auch noch verloren hatte, das bisher die Wehen so schön abgefangen hatte, fand ich, ich sollte doch mal gucken gehen, wie die Welt da draussen so ist. Acht Minuten und fünf Presswehen später sagte ich dann artig der Hebamme Guten Tag , mit weit geöffneten Augen und gerunzelter Stirn. Die wickelte erstmal die Nabelschnur von meinem Hals, damit ich atmen konnte und stellte fest, dass ich, genau wie mein Bruder, ein sogenanntes Sternenguckerbaby war. Bloss dass mein Bruder eben deswegen damals steckengeblieben war...Dank der Vorarbeit von ihm, blieb mir das Schicksal einer Saugglockengeburt erspart, und meine Eltern und ich konnten uns ganz entspannt und in aller Ruhe und Geborgenheit kennenlernen. Ich stellte fest, dass ich mächtig Hunger hatte und beschloss, meiner Nase zu folgen. Alle waren ganz erstaunt, wie schnell ich herumkriechen konnte. Danach wurde ich untersucht und gewogen, immer unter den wachsamen Augen meiner Eltern. Ich war zwar klein, aber völlig gesund. Und Kleinsein hat manchmal eindeutige Vorteile...Meiner Mami fiel es schwer, mich aus ihrem Arm zu geben, und sei es nur für wenige Augenblicke. Und auch ich protestierte sofort, wenn man uns trennen wollte, immerhin waren wir so viele Monate immer zusammen gewesen. Na ja, der Rest ist bekannt. Meiner Mami und mir ging es gut, und so verliessen wir ein paar Stunden später die Klinik, um uns zu Hause zu erholen. Und dann lernte ich nach und nach alle Menschen kennen, die für mich und meine Familie wichtig sind.

Als ich sieben Monate alt war, konnte ich krabbeln, und mittlerweile kann ich stehen und versuche mich am Laufen...