Warum Britische Hütehunde?

Wie man unschwer an unserem Namen und unserer Homepage erkennen kann, liegen die Wurzeln unserer Familie in Schottland. Wie fast alle Menschen, in denen ein paar Tropfen schottisches Blut fließen, übt dieses stolze Land mit seiner atemberaubend wilden ursprünglichen Schönheit und seiner Geschichte voller Leidenschaft auf uns eine grosse Faszination aus. Es ist immer wieder ein sehr bewegender Augenblick, schottischen Boden zu betreten. Vor etwa 200 Jahren flohen unsere Vorfahren zunächst nach Irland, von wo aus sie dann nach Amerika auswanderten. Man könnte sagen, der Kreis schloss sich, als mein Vater auf der Suche nach seinen Wurzeln und auf seinen Reisen als Professor für Marketing Research nach Europa kam und sich dort in meine Mutter verliebte, die ihm in die USA folgte, dann aber ein paar Jahre später mit mir nach Europa zurückkehrte...

Schon immer hatte der jetzige Herr des Hauses, Jens Boyd, eine grosse Schwäche für sehr lebhafte leidenschaftliche Temperamente und zärtliche Charaktere - und riesige Fledermausohren ( siehe unsere Tierheimhündin Sierra-Schnecke ) Einer der Gründe, weshalb er wahrscheinlich so hartnäckig an seinem Traum von einem kleinen Pembroke festhält... Die Herrin des Hauses fliegt dagegen auf lange Nasen ( siehe Siamkatzen ) Je länger die Nase desto besser! Sowohl vom edlen Äusseren als auch vom Charakter sind also Britische Hütehunde und Siamesen und Balinesen genau das Richtige für uns.(ja, ja, wir lieben auch das andere Extrem, unsere hinreissend süße Plattnase DeDe, ein Cavaliermädchen, wobei das natürlich auch etwas mit den schottischen Wurzeln und Maria Stuart zu tun hat...) Während unserer Hochzeitsvorbereitungen im Frühjahr 1995, genau ein Jahr nach unserem Abitur und während des recht turbulenten Umzugs in unsere erste kleine Studentenwohnung, beschlossen Jens und ich, unseren gemeinsamen Traum von einem Hund als vierbeiniges Familienmitglied zu verwirklichen. Mein Vater, selbst mit Collies aufgewachsen, schlug einen Collie vor, nach Besichtigung der Wohnung riet er uns zu einem Sheltie. Oder einem Lhasa Apso. Davon besassen er und seine Frau selbst zwei Hündinnen. Auf dem Rückflug mit Zwischenstop in New York fand ich, eigentlich auf der Suche nach hübschen Schuhen, nach denen ich süchtig bin wie jeder weiss, der mich kennt, fiel mir in einem kleinen Laden ein deutsches Hundebuch buchstäblich in die Hände, als ich an einem traumhaft schönen Seidenschal zog. In New York gibt es eben nichts, was es nichts gibt. Natürlich kaufte ich das Tuch UND das Buch. Auf dem Cover war ein wunderschöner Collie englischer Abstammung abgebildet. Mir sagten damals weder die Namen der Hunde noch Autoren etwas, aber den langen Rückflug verbrachte ich damit, mich an meinen zukünftigen Ehemann zu lehnen und ihm zuzuhören, wie er leise aus dem Buch vorlas. Einer der wenigen Flüge in meinem Leben, die ich wirklich genossen habe und auf denen ich von Flugangst verschont blieb...Um so entsetzter und schier untröstlich war ich, als ich später beim Auspacken der Koffer und Taschen feststellen musste, dass das Buch fehlte.

Um uns möglichst umfassend über die für uns in Frage kommenden Rassen zu informieren, besuchten wir dann die Ausstellung unterm Funkturm. Ich hatte noch kaum einen Fuß in die Hallen gesetzt, da wurde ich bereits von der Ausstellungsatmosphäre in den Bann gezogen. Wir wanderten von Ring zu Ring. Schön waren die Hunde alle, aber noch sprang der berühmte Funke nicht über, noch stellte sich kein Verlangen ein, diese oder jene Rasse besitzen zu wollen. Bis es uns an einem Ring packte. Mich erwischte der "Britenvirus" augenblicklich und so heftig, dass ich wie verzaubert dastand und mich an der Anmut und Schönheit der Hunde nicht sattsehen konnte. Es ist eine Sache, Hunde in Büchern oder aus der Ferne auf der Strasse zu sehen, eine vollkommen andere, sie auf einer Ausstellung zu erleben und mit ihren Züchtern ins Grespräch zu kommen. Die Entscheidung fiel in jenen Sekunden. Wir würden fortan unser Leben mit Shelties teilen und sobald es der Platz zuliess auch mit Collies. ( zunächst solltes es aber doch erst anders kommen, das Schicksal führte uns auf den kleinen Umweg in Gestalt von Sierra und Demi... ) Auch einer der Zuchtrichter fiel uns auf. (Wie Jens mit seiner Begabung, sich Namen merken zu können, feststellte, einer der Autoren des Colliebuches.) Seine einfühlsame Art, mit den Hunden umzugehen sowie seine Hingabe an seine Zuchtrichtertätigkeit waren bemerkenswert. Ich hätte an diesem Tag ohne zu zögern meine Seele verkauft, um zu erfahren, wie er diesen oder jenen Hund sah und was dabei in seinem Kopf an Überlegungen ablief. Viele Jahre später lernten wir diesen Richter kennen und schätzen als einen in der Tat aussergewöhnlich intelligenten, scharfsinnigen, humorvollen und warmherzigen Mann, für den Objektivität, Loyalität, Ehrlichkeit ( gelegentlich bis zur Schmerzgrenze )und aufrichtige Freundschaft keine leeren Worte sind und der so unendlich viel für unseren Club, seine Landesgruppe ( und andere Landesgruppen )und seine Rassen tut.

Jedenfalls waren wir von diesem Tag an unrettbar verloren, den Briten vollkommen verfallen. Mit allen Konsequenzen, die da hiessen, ein Haus zu kaufen, zu züchten und uns in unsere Landesgruppe und den Club für Britische Hütehunde einzubringen.

Besonders ich war besessen von (Sheltie)Ahnentafeln, die ich irgendwann im Schlaf aufsagen konnte ( was ich auch tat und was Jens in den Wahnsinn trieb )Je mehr ich wusste, desto mehr wurde mir bewusst, wie wenig ich in Wirklichkeit wusste...Ich telefonierte mich quer durch Europa, und wir besuchten etliche Züchter. Eine Züchterin wurde dabei dann unsere zukünftige "Tutorin", ihr Garten zu unserem "Paradies" und sie selbst wuchs uns und besonders unserem Sohn Sean als innig geliebtes Familienmitglied ohne Blutsverwandtschaft ans Herz.

Zum damaligen Zeitpunkt hatten wir bei einem anderen Zwinger einen traumhaft schönen, sehr vielversprechenden Welpen bestellt, doch das grausame Schicksal machte uns einen Strich durch die Rechnung: mein Vater starb überraschend, und wir flogen auf unbestimmte Zeit in die USA. In unserem Leben war in unserer unendlichen Trauer kein Platz für ein Sheltiebaby, und so sagten wir schweren Herzens ab.

Als wir später, wieder in Deutschland, unsere Wunden leckend in dem "Sheltieparadies" sassen, verliebte sich Jens in eine kleine tricolour Hündin - die uns dann auch prompt nach Berlin begleitete und unsere Stammhündin wurde, die uns einige schöne und erfolgreiche Nachkommen schenkte.

Ich träumte aber noch immer von einem Collie. Als ich als Zuchtwartin Colliebabies abnahm, schlich sich ein Colliejunge in mein Herz. Nicht durch Schönheit, sondern durch sein Wesen. Oder sollte ich sagen, durch seinen Blick - und die lange lange Nase...Und so zog vor drei Jahren unser Liebling Isegrim bei uns ein. Seitdem wandle ich sozusagen in den Fussspuren meines Onkels, der um 1930 in den USA Collies hielt (und züchtete.) Unser Sohn ist mit den Hunden aufgewachsen, hat viel von ihnen lernen können - wie wir auch. Wir haben auch ein paar faszinierende Menschen kennenlernen dürfen, die wir uns zum Vorbild nehmen, von denen wir lernen konnten und können, die wir heute in unserem Leben nicht mehr missen möchten und deren Treue, Rat und Freundschaft uns tief berühren. Dafür sind wir unendlich dankbar.

Augenblicklich pausieren wir mit Zucht und Ausstellungen ( die ich schmerzlich vermisse, obwohl es einen Teil meiner "Sucht" befriedigt, selbst Ausstellungen in der Landesgruppe zusammen mit Jens organisieren zu können )- um uns ganz und gar auf unsere Kinder konzentrieren zu können.

Glückliche Kinderzeit an der Nordsee, auf dem Schoß meines Großvaters
Lhasahündin Bridget mit meinem Vater und seiner Frau Virginia
Meine deutschen Wurzeln, meine Grossmutter, mein Grossvater mit meiner Tante und meiner Mutter in Zeitz, kurz bevor sie nach Westberlin flohen
Diesem wissensdurstigen und charmanten jungen Herrn zu widerstehen war aussichtslos. Jens in Edinburgh

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